HPV-Impfung senkt Risiko für Gebärmutterhalskrebs um 88 Prozent1

December 2, 2020

Eine in Schweden durchgeführte Studie zeigt, dass die HPV-Impfung bei Frauen das Risiko, an invasivem Zervixkarzinom zu erkranken, um 88 Prozent reduziert, wenn sie vor dem 17. Lebensjahr geimpft wurden.1

Wissenschaftler vom Karolinska-Institut in Stockholm untersuchten in ihrer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie1 den Zusammenhang zwischen der HPV-Impfung und dem Risiko, an invasivem Zervixkarzinom zu erkranken. Dazu werteten sie Daten von 1’672’983 Mädchen und Frauen im Alter von 10 bis 30 Jahren, von denen 527’871 mit mindestens einer Dosis des vierwertigen Gardasil® geimpft waren, über einen Zeitraum von 11 Jahren (2006 – 2017) aus.1

Ergebnisse belegen deutliche Verminderung des Zervixkarzinom-Erkrankungsrisikos1

Die Studiendaten zeigen, dass von den 527’871 gegen HPV geimpften Frauen 19 bis zu ihrem 31. Geburtstag ein Zervixkarzinom entwickelten. Von den 1’145’112 ungeimpften Frauen erkrankten 538 an einem Zervix-Karzinom.

Die Wissenschaftler untersuchten zudem die Bedeutung des Impftermins vor und nach dem 17. Geburtstag unter Berücksichtigung weiterer Faktoren, die Einfluss auf das Erkrankungsrisiko haben können.

Die Impfung vor dem 17. Geburtstag zeigt deutliche Vorteile1

Drei lächelnde Teenager

Kantonales HPV-Impfprogramm in der Schweiz

In der Schweiz ist die HPV-Impfung mit Gardasil® 9 nach Schweizer Impfplan für 11-26-jährige empfohlen2. In Kantonen mit kantonalem Impfprogramm ist die Impfung mit Gardasil® 9 in diesem Alter kostenlos und wird über die kantonalen HPV-Impfprogramme vergütet. Gardasil® 9 ist indiziert zur Prävention vor Erkrankungen, die durch die Typen 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52, und 58 des humanen Papillomavirus (HPV) verursacht werden: Zervix-, Vulva-, Vaginal- und Analkarzinome, prämaligne Läsionen im ano-genitalen Bereich (Zervix, Vulva, Vagina und Anus) und Genitalwarzen (Condyloma acuminatus).3

Ihre Vorteile


Referenzen:
  1. Lei J et al.: HPV vaccination and the risk of invasive cervical cancer. N Engl J Med 2020;383:1340-8. DOI: 10.1056/NEJMoa1917338
  2. Schweizerischer Impfplan 2020. Bundesamt für Gesundheit und Eidgenössische Kommission für Impffragen. Richtlinien und Empfehlungen, Stand 2020.
  3. Fachinformation Gardasil® 9, www.swissmedicinfo.ch
Kurzfachinformation Gardasil 9®

Gardasil® 9 (nonavalenter HPV-Impfstoff). W: L1 Protein der HPV-Typen 6,11,16,18,31,33,45,52,58. I: Im Alter 9-26J zur Prävention von Zervix-, Vulva-, Vaginal- und Analkarzinomen, prämalignen Läsionen von Zervix, Vulva, Vagina und Anus sowie von Genitalwarzen. D: 3 Dosen in Monat 0, 2, 6. Alternativ im Alter 9-14J: 2 Dosen in Monaten 0 und 5-13. KI: Überempfindlichkeit gegenüber Wirk-/Hilfsstoffen. Verschiebung bei akuter, schwerer, fieberhafter Erkrankung. WH: Selten anaphylaktische Reaktion, Synkopen möglich, keine therapeutische Wirkung, kein Ersatz für Gebärmutterhalskrebsvorsorge, allenfalls keine Immunantwort bei eingeschränkter Immunfunktion, Vorsicht bei Thrombozytopenie oder anderer Blutgerinnungsstörung. DDI: Keine bekannt/nicht untersucht. S/S: Keine Hinweise auf unerwünschte Wirkung, aber bei Schwangerschaft nicht empfohlen; während Stillzeit möglich. UAW: Sehr häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle (Erythem, Schmerz, Schwellung), Kopfschmerzen. P: Fertigspritze 0,5ml. AK: B. Z: MSD Merck Sharp & Dohme AG, Werftestrasse 4, Luzern, Schweiz. (V4) CH-GSL-00015.

Konsultieren Sie bitte vor einer Verschreibung die vollständige Fachinformation, publiziert auf der Homepage von Swissmedic (www.swissmedicinfo.ch).