Eliminierung des Zervixkarzinoms durch HPV-Impfung

February 3, 2020

Es ist erwiesen: Die HPV-Impfung senkt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs signifikant.1 Davon ist auch die Weltgesundheitsorganisation WHO überzeugt. Sie hat eine globale Strategie zur Eliminierung des Zervixkarzinoms verabschiedet, die unter anderem einen massiven Ausbau der HPV-Impfung vorsieht.

Eine in Schweden durchgeführte Studie zeigt, dass die HPV-Impfung bei Frauen das Risiko, an invasivem Zervixkarzinom zu erkranken, um 88 % reduziert, wenn sie vor dem 17. Lebensjahr geimpft wurden.1 Die Studie stützt sich auf Daten von 1’672’983 Mädchen und Frauen im Alter von 10 bis 30 Jahren, von denen 527’871 mit mindestens einer Dosis des vierwertigen Gardasil® geimpft waren, über einen Zeitraum von 11 Jahren (2006 -2017).1

Das BAG strebt eine HPV-Durchimpfungsrate von 80% an2

Seit 2007 empfiehlt der Bund die HPV-Impfung bei Jungen und Mädchen ab 11 Jahren. Von den angestrebten 80% Durchimpfungsrate bei den 16-jährigen Jungen und Mädchen ist die Schweiz mit 59% bei den Mädchen und gerade mal 17% bei den Jungen noch weit entfernt.

Grafik_Durchimpfungsrate

WHO fordert 90%-ige HPV-Durchimpfung bis 20304

Im November 2020 hat die WHO ihre globale Strategie zur Eliminierung des Zervixkarzinoms vorgestellt. Diese konzentriert sich auf den Ausbau der HPV-Impfraten, der Vorsorgeuntersuchungen und der Behandlung erkrankter Patientinnen und Patienten.4 Die Umsetzung der Strategie soll bis 2050 mehr als 40% der Zervixkarzinome und 5 Millionen der damit verbundenen Todesfälle reduzieren.4

Bis 2030 soll die Eliminierung des Zervixkarzinoms durch folgende Massnahmen erreicht werden:4

Über die Situation in der Schweiz

Frauen
Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) entwickeln in der Schweiz jährlich etwa 5’000 Frauen hochgradige Krebsvorstufen am Gebärmutterhals; bei 250 wird Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. 5 Der Gebärmutterhalskrebs ist praktisch zu 100% durch HPV bedingt, wobei die HPV-Typen 16 und 18 für mehr als 70% der Fälle verantwortlich sind. 6

Männer
Auch Männer sind betroffen: Cirka 50% der Neuinfizierten in der Schweiz sind 15- bis 24-jährige Jugendliche beider Geschlechter. 7 Vergleicht man die mit den HPV-Typen 16 und 18 assoziierten Fallzahlen bei Männern und Frauen, zeigt sich zudem, dass das Krebsrisiko durch HPV bei den Männern zwar geringer, aber dennoch von signifikanter Bedeutung ist. So ist bei den HPV-infizierten Männern das Risiko für Kopf-Hals-Krebs (zu 13-56% HPV-assoziiert) und für Analkrebs (zu 88% HPV-assoziiert) deutlich erhöht. 7 Zudem leiden Männer ebenso häufig wie Frauen an Genitalwarzen, die zu über 90% durch die HPV-Typen 6 und 11 hervorgerufen werden. 7

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Referenzen:
  1. Lei J et al.: HPV vaccination and the risk of invasive cervical cancer. N Engl J Med 2020;383:1340-8. DOI: 10.1056/NEJMoa1917338
  2. Aktionsplan der nationalen Strategie für Impfungen (NSI). Gesundheit 2020. Bundesamt für Gesundheit. Stand 18.09.2019. https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/strategie-und-politik/nationale-gesundheitsstrategien/nationale-strategie-impfungen-nsi.html
  3. 13. Kantonales Durchimpfungsmonitoring Schweiz, Bundesamt für Gesundheit (BAG). Durchimpfung von 2-, 8- und 16-jährigen Kindern in der Schweiz, 1999 – 2019 (XLS, 559 kB, 18.06.2020)
  4. https://www.who.int/news/item/17-11-2020-a-cervical-cancer-free-future-first-ever-global-commitment-to-eliminate-a-cancer, eingesehen 8.2.2021.
  5. Bundesamt für Gesundheit, Factsheet «HPV-bedingte Krebserkrankungen und Genitalwarzen», Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF). Stand Juli 2019.
  6. Bundesamt für Gesundheit BAG, Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF), Arbeitsgruppe HPV-Impfung. Richtlinien und Empfehlungen. Empfehlungen zur Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV). Februar 2008:1–21. Verfügbar unter: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/hpv.html, eingesehen 8.2.2021.
  7. Bundesamt für Gesundheit BAG, Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF). HPV-Impfung: ergänzende Impfempfehlung für Jungen und Männer im Alter von 11 bis 26 Jahre. Bulletin, 2015(10): 141-149. Verfügbar unter: https://www.bag.admin.ch/dam/bag/de/dokumente/mt/i-und-b/richtlinien-empfehlungen/empfehlungen-spezifische-erreger-krankheiten/hpv/hpv-impfung-jungen-maenner.pdf.download.pdf/hpv-impfung-jungs.pdf, eingesehen: 8.2.2021.
  8. Fachinformation Gardasil 9®www.swissmedicinfo.ch
  9. Schweizerischer Impfplan 2020. Bundesamt für Gesundheit und Eidgenössische Kommission für Impffragen. Richtlinien und Empfehlungen, Stand 2020.
  10. https://www.msd.ch/static/pdf/HPV-Impfprogramm-der-Kantone.pdf, eingesehen 8.2.2021.
  11. WHO Global Vaccines Safety: Safety Update on HPV vaccines. http://www.who.int/vaccine_safety/committee/topics/hpv/June_2017/en, eingesehen 8.2.2021.

Kopien der Studienpublikationen können bei Bedarf unter der unten angegebenen Adresse angefordert werden.

Kurzfachinformation Gardasil 9®

Gardasil® 9 (nonavalenter HPV-Impfstoff). W: L1 Protein der HPV-Typen 6,11,16,18,31,33,45,52,58. I: Im Alter 9-26J zur Prävention von Zervix-, Vulva-, Vaginal- und Analkarzinomen, prämalignen Läsionen von Zervix, Vulva, Vagina und Anus sowie von Genitalwarzen. D: 3 Dosen in Monat 0, 2, 6. Alternativ im Alter 9-14J: 2 Dosen in Monaten 0 und 5-13. KI: Überempfindlichkeit gegenüber Wirk-/Hilfsstoffen. Verschiebung bei akuter, schwerer, fieberhafter Erkrankung. WH: Selten anaphylaktische Reaktion, Synkopen möglich, keine therapeutische Wirkung, kein Ersatz für Gebärmutterhalskrebsvorsorge, allenfalls keine Immunantwort bei eingeschränkter Immunfunktion, Vorsicht bei Thrombozytopenie oder anderer Blutgerinnungsstörung. DDI: Keine bekannt/nicht untersucht. S/S: Keine Hinweise auf unerwünschte Wirkung, aber bei Schwangerschaft nicht empfohlen; während Stillzeit möglich. UAW: Sehr häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle (Erythem, Schmerz, Schwellung), Kopfschmerzen. P: Fertigspritze 0,5ml. AK: B. Z: MSD Merck Sharp & Dohme AG, Werftestrasse 4, Luzern, Schweiz. (V4) CH-GSL-00015.

Konsultieren Sie bitte vor einer Verschreibung die vollständige Fachinformation, publiziert auf der Homepage von Swissmedic (www.swissmedicinfo.ch).